Written by: Gemischtes

Zeitumstellung bei den Wissenshappen

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Wie jeder weiß, der heute Morgen missmutig erwacht ist und sich um eine Stunde Schlaf betrogen gefühlt hat, ist heute der Tag, an dem die Uhr von der Winter- auf die Sommerzeit umgestellt wird. Aus welchen Gründen diese Umstellung erfolgt – dazu findet ihr aktuell unzählige Social Media Posts. Daher soll die Zeitumstellung auch nicht zum Thema des heutigen Wissenshappen werden.

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Doch auch bei den Wissenshappen wird es Zeit für eine Umstellung. Die Uhren werden nicht vor- oder zurückgestellt, sondern ein wenig langsamer gedreht. Konkret bedeutet das: in der nächsten Zeit werden neue Wissenshappen alle 21, statt wie bisher alle 14 Tage veröffentlicht.

Auch wenn es keine leichte Entscheidung war, so wird sie die richtige sein. Denn: genauso wie Wissen soll auch Schreiben Spaß machen und niemals zum Zwang werden. Mit nur 14 Tagen Abstand zwischen jedem neuen Beitrag droht aber genau jenes Schicksal, wenn einem die Zeit so sehr im Nacken sitzt.

Daher freue ich mich, wieder mit etwas mehr Zeit, Geduld und Freude in verschiedenste Wissensbereiche abtauchen und diese anschließend mit euch teilen zu können. Also schaut gerne wieder vorbei: in 21 Tagen gibt es den nächsten Wissenshappen (und dann immer im 21-Tages-Rhythmus)!

Wenn ihr zwischendurch die Wissenshappen vermisst, aber noch nicht alle Beiträge gelesen habt, folgt nun eine Übersicht der bisherigen Artikel – vielleicht ist ja der eine oder andere dabei, der euch die Wartezeit verkürzt.

Am Anfang war das Blut: eine kurze Geschichte der Medizin

Ernest Board creator QS:P170,Q21458411, Morton Ether 1846, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Die Artikelzahl verrät es bereits: die Wissenshappen sind fasziniert von der Geschichte der Medizin, den kuriosen und gruseligen Behandlungsmethoden der Vergangenheit und dem medizinischen Fortschritt der Menschheit. Wenn ihr wissen möchtet, mit welch blutigen und brutalen Verfahren unsere Vorfahren von ihren Leiden befreit werden sollten, dann verpasst auf keinen Fall den Wissenshappen „Eiter, Blut und Blasenstein: der gesunde Glaube in die moderne Medizin“.

Aber auch der Beitrag „Ein bisschen Gift muss sein: Der verrückte Arzneischrank der (früh-) modernen Medizin“, der die kuriosen, oft sogar tödlichen Medikamente des 17., 18., 19. und teils auch noch 20. Jahrhunderts beschreibt, kann uns so richtig das Gruseln lehren – und Dankbarkeit für unsere moderne Medizin schaffen.

Die Entwicklung der Medizin ist aber nicht nur auf technischer und medikamentöser Ebene zu betrachten, sondern auch auf soziologischer: daher skizziert der Wissenshappen „Der große Schnitt: Frauen in der modernen Chirurgie“ den Weg entschlossener Frauen in das von Männern dominierte Berufsfeld der Chirurgie.

In der Wissenshappen-Serie „Wenn der Tod Geschichte schreibt: Das unbekannte Sterben bekannter Persönlichkeiten“ erfahrt ihr wiederum, auf welch besondere Weise historische Persönlichkeiten die große Weltbühne für immer verlassen haben – auch und insbesondere aufgrund mangelnder medizinischer Behandlungsmöglichkeiten. Teil I beschreibt das Ableben von Albert Einstein und George Washington, Teil II widmet sich der reichen (und absurden) Krankengeschichte englischer Royals.

Auch wenn er keinen Teil der oben genannten Serie bildet, so schildert der Wissenshappen „Mit voller Blase isst man nicht: Tycho Brahes Vermächtnisden kuriosen Tod des berühmten Wissenschaftlers Tycho Brahe. Doch das Leben und Wirken dieses dänischen Astronomen des 16. Jahrhunderts hat so viel mehr zu bieten als sein besonderes Ende.

USDA photo by Scott Bauer. Image Number K7355-11., Cantaloupes, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Ein Wundermittel der Medizin, das vermutlich auch die eine oder andere große Persönlichkeit vor ihrem frühzeitigen Ableben bewahrt hätte, ist das Antibiotikum Penicillin. Bei all unserer gesunden Skepsis gegenüber der modernen Pharmaindustrie sollten wir nie vergessen, wie sehr dieses Medikament die Menschheit verändert hat – und dies erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wie dieses Medikament entdeckt wurde, und welche besondere Rolle eine Melone dabei spielt, erfahrt ihr im Artikel „Wenn Schimmel Leben rettet: Die wahre Geschichte des Penicillins“.

Psychologie für Jedermann: Die WIRKLICH spannenden Erkenntnisse des Psychologiestudiums

Neben der Medizin ist noch ein weiteres Thema stark auf diesem Blog vertreten: die (Sozial-) Psychologie. Auch wenn das Psychologiestudium eine große Faszination auf viele Menschen auswirkt, besteht es in Wirklichkeit aus einer zermürbenden Aufeinanderfolge von zähen Statistik- und Methodik-Vorlesungen. Daher zielt die Wissenshappe-Serie „Was vom Studium übrig blieb: Die wunderbare Welt der Sozialpsychologie“ darauf ab, die wirklich spannenden Erkenntnisse über das Denken und Handeln von Menschen mit euch zu teilen – damit ihr euch das mühsame und zähe Psychologiestudium sparen könnt.

Teil I der Serie beschäftigt sich mit einer der spannendsten psychischen Triebkräfte: der kognitiven Dissonanz. Teil II widmet sich der Konformität, also der Tendenz von Menschen, sich den Verhaltensweisen und Meinungen einer Gruppe anzuschließen. In Teil III wiederum lernt ihr bestimmte Methoden der Compliance kennen, mit denen andere Menschen uns zu gewünschten Handlungen oder Entscheidungen bewegen möchten. Teil IV der Serie verlässt kurzzeitig das Gebiet der Sozialpsychologie und skizziert die kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen – und liefert eine Antwort darauf, warum unsere bessere Hälfte gerne die Socken auf dem Boden vergisst.

Wer noch mehr Einblicke in die Studien, Erkenntnisse und Theorien der Psychologie gewinnen möchte, dem seien die Wissenshappen „Zimbardos Werk & Milgrams Beitrag: Die etwas andere Geschichte des Stanford-Prison Experiments“ und „Unter der Dusche: Auf den Spuren genialer Geistesblitze“ empfohlen.

Geniale Schönheit: Die Geschichte der Kunst

Attributed to Daniele da Volterra creator QS:P170,Q540489,P5102,Q230768, Michelangelo Daniele da Volterra (dettaglio), als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Die Wissenshappen möchten sich aber nicht nur mit dem menschlichen Geist und Körper auseinandersetzen, sondern auch mit den schönen Seiten des Seins: der Kunst. Und Dank eurer positiven Resonanz haben sich die bisherigen Beiträge über die Kunstgeschichte mittlerweile ebenfalls zu einer richtigen Serie gewandelt: „Jenseits der Leinwand: Die versteckte Schönheit der Kunstgeschichte“. Im ersten Teil widmen wir uns einem der größten Künstler aller Zeiten, der gleichzeitig das Ideal des „Uomo universale“ der Renaissance verkörpert: Leonardo da Vinci. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit einem kaum weniger talentierten und einflussreichen Kunstgenie: Michelangelo Buonarroti, „il Divino“. Und wenn wir schon bei Michelangelo sind, darf auch das Enfant Terrible des Barock nicht fehlen, das im dritten Teil beleuchtet wird: Michelangelo Merisi, besser bekannt als Caravaggio.

Wer sich mit der Kunstgeschichte, und darunter insbesondere der Epoche der Renaissance beschäftigt, kommt an dieser Stadt nicht vorbei: Florenz, die berühmte Handels- und Kunstmetropole in der wunderschönen italienischen Toskana. In diesem Epizentrum der Kunst wurde nicht nur die Zentralperspektive als eines der bedeutendsten Stilmittel europäischer Künstler erfunden, sondern Dank findiger Florentiner Bankiers und Kaufleute auch das internationale Kreditwesen. In den Wissenshappen „Magische Tiefe: Brunelleschi und die Erfindung der Zentralperspektive“ und „Innovation und Sünde: Die Erfindung des internationalen Kreditwesens“ erfahrt ihr mehr über diese bedeutsamen historischen Entwicklungen.

Wissen ohne Grenzen: Forscher, Vögel & fremde Kulturen

Die Wissenshappen lieben die Vielfalt, und deshalb findet ihr auf dieser Seite auch ein paar Beiträge, die sich nicht so einfach in ein bestimmtes Schema quetschen lassen.

Schildraben in der Namibwüste (private Aufnahme)

Ein Leben außerhalb bestimmter Schemata: genau das lässt sich wohl über einen der größten Forscher und Denker aller Zeiten sagen, der unser Verständnis der Natur für immer verändern sollte: Alexander von Humboldt. Über diesen großartigen und freiheitsliebenden Geist und sein unvergleichliches Lebenswerk erfahrt ihr mehr im Wissenshappen „Auf den Schultern eines Riesen: Alexander von Humboldt & das Verständnis der Natur“. Und wenn wir schon bei Schemata sind – Dank Carl von Linné, einem schwedischen Arzt und Naturforscher des 18. Jahrhunderts, können wir mithilfe der binären Nomenklatur die Welt der Mineralien, Pflanzen und Tiere in stringente Klassen, Familien und Gattungen einordnen – wie ihr im Wissenshappen „Die Benennung der Welt: Wie aus Chaos Klasse wurde“ nachlesen könnt. Und dies wiederum führt uns zu den Corviden, also der Familie der Rabenvögel, die so viel wunderbarer, intelligenter und liebevoller ist als wir Menschen ihnen nachsagen. Davon könnt ihr euch im Artikel „Ist der Ruf erst ruiniert: Das geheime Leben der Rabenvögel“ aber gerne selbst überzeugen.

Wer jetzt noch auf der Suche nach Beiträgen über die kulturelle Vielfalt unserer Welt ist, der darf sich in den Wissenshappen „In Gottes Samen: Der Schöpfungsmythos des Alten Ägyptens“ und „Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Vom Leben und Lieben der ägyptischen Götter“ von der reichen Geschichte und Kultur des Alten Ägyptens verzaubern (und ein wenig verwirren) lassen. Und zu guter Letzt darf auch eine kleine Reiseempfehlung nicht fehlen: der Artikel „Vom (Südwest) Wind verweht: Eine viel zu kurze Reise durch Namibia“ fasst persönliche Erfahrungen sowie ein paar spannende Fakten über das wunderschöne, herrlich menschenleere Land am untersten Zipfel des afrikanischen Kontinents zusammen: Namibia, die „Weite der Landschaft“.

Dünen in der Namibwüste (private Aufnahme)

Falls ihr euch ein bestimmtes Thema als Wissenshappen wünscht, verratet es doch gerne in den Kommentaren! Ansonsten lasst euch in drei Wochen überraschen, welches Wissensgebiet als nächstes auf euch wartet.

Ich freue mich auf das Wiedersehen mit euch am 16.04.2023!

Du möchtest dein Wissen testen? Dann nimm unbedingt am großen Wissenshappen Quiz teil!

Nachschlag?

Van de Laar, A. (2014). Schnitt! Die ganze Geschichte der Chirurgie erzählt in 28 Operationen* (Vollständige Taschenbuchausgabe November 2016, S. 73, 105, 340-355). München, Deutschland: Droemer Knaur GmbH & Co. KG.

Kang, L. & Pedersen, N. (2019). Abgründe der Medizin. Die bizarrsten Arzneimittel und kuriosesten Heilmethoden der Geschichte* (6. Aufl., S. 64-66). München, Deutschland: riva Verlag.

Wirtzfeld, D. (2009). The history of women in surgery. Canadian Journal of Surgery, 52 (4), 317-320. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2724816/

Bundesärztekammer (2022). Ergebnisse der Ärztestatistik zum 31.12.2021. Abgerufen 05. März 2023 von https://www.bundesaerztekammer.de/baek/ueber-uns/aerztestatistik/aerztestatistik-2021

Techniker Krankenkasse (2022). Warum wir geschlechtersensible Medizin brauchen. Abgerufen 05. März 2023 von https://www.tk.de/techniker/magazin/life-balance/themenspecials-life-balance/frauengesundheit/warum-wir-geschlechtersensible-medizin-brauchen-2126728?tkcm=ab

Wikipedia (2023). In Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Abgerufen 11. März 2023 von https://de.wikipedia.org/wiki/James_Barry_(Mediziner), https://de.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Blackwell_(Medizinerin), https://en.wikipedia.org/wiki/Mary_Edwards_Walker & https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Winterhalter

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Warum gibt es diesen Wissenshappen?

Frauen sind aus der Welt der modernen Medizin nicht wegzudenken – weder als Patientinnen noch als Ärztinnen. Doch die Repräsentation des weiblichen Geschlechts in der Medizin, insbesondere der Chirurgie, war nicht immer selbstverständlich. Zwar waren weibliche Heilkundige im Altertum keine Seltenheit, doch im Mittelalter wurden Frauen rigoros aus sämtlichen Arzt- und Heilberufen verbannt. Erst im frühen 19. Jahrhundert nahmen einige mutige und entschlossene Frauen den erneuten Kampf um die Gleichbehandlung und Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts in der Medizin wieder auf, bei dem sie zu teils außergewöhnlichen Mitteln greifen mussten.

Was sollte unbedingt verdaut werden?

Historische Schriften und Funde bezeugen, dass bereits im Altertum sowohl Männer als auch Frauen eine medizinische Ausbildung erhalten durften und Frauen, z.B. im alten Ägypten, als Ärztinnen oder Heilkundige tätig waren. Dieser Zugang zur Medizin änderte sich jedoch vollständig, als Frauen im Mittelalter von Kirchenangehörigen und weltlichen Herrschern fast vollständig aus der ärztlichen Praxis verbannt wurden. Erst in der Zeitenwende zur modernen Chirurgie, als primär blutliebende und vermeintlich heldenhafte Chirurgen die Medizinwelt regierten, erkämpften Frauen wie Mary Edwards Walker ihren Platz am OP-Tisch – und die offizielle Zulassung zum Medizinstudium.

Disclaimer:
Der obenstehende Text wurde auf Grundlage der gelisteten Quellen erstellt, ist aber explizit unter Berücksichtigung der subjektiven Erkenntnisse, Vorlieben und dem persönlichen Verständnis der Autorin aufzufassen. Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Ausarbeitung mit akademischen Anspruch, sondern um eine Zusammenfassung von Geschehnissen und Erzählungen nach individuellem Stil und Empfinden der Autorin. Ausnahmslos jeder Wissenshappen möchte Freude am Wissen schaffen, aber nicht als Fachliteratur verstanden werden. Über Anmerkungen, Ergänzungen, Lob oder Kritik freut sich die Autorin und lädt jeden Leser dazu ein, über die Kommentarfunktion Kontakt aufzunehmen.

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Schlagwörter: , Last modified: 12. September 2023